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aktualisiert am 
23.01.2011

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Dass am Abend des 14. Dezember 1872 in einer Gaststätte das erste Kapitel eines klingenden Stückes Stadtgeschichte aufgeschlagen wurde, konnten zu jener Zeit nur die wenigsten ahnen. Just an diesem Tag gründeten sangesfrohe Bürger einen weltlichen Chor, dessen Name Programm und Markenzeichen zugleich werden sollte: Männergesangsverein "Harmonie". Als erster Präsident durfte H. Nübel den Ton angeben und die Geschicke der fünfzig aktiven Sänger leiten. Als Dirigent fungierte der Lehrer Reppel.
In den ersten Jahren seines Bestehens wartete der Chor bei festlichen Anlässen mit Gesangsstücken auf, bevor er 1876 mit einem größeren Konzert an die Öffelntlichkeit trat. Im gleichen Jahr folgte ein Wohltätigkeitskonzert, dessen Erlös denjenigen zugute kam, die beim verheerenden Rheinhochwasser zwischen dem 11. und 18. März 1877 Schaden erlitten hatten. Dieses Bestreben der "Harmonie", nicht nur zur allgemeinen Freude, sondern auch zum materiellen Nutzen hilfsbedürftiger Mitbürger zu singen, sollte fortan eine führende Rolle im Leben der Chorgemeinschaft spielen.
So erfolgreich der Männerchor ins 20. Jahrhundert gekommen war, so ernüchternd waren nun die Vorfälle der folgenden Jahre: Im Mai 1914 starb der langjährige Dirigent Dr. med. Claus. Auch seinem Nachfolger, Brauch, einem Lehrer an der ev. Volksschule, der bereits 1911 den Taktstock von Claus übernommen hatte, blieben nur wenige Jahre als Dirigent. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs musste er sein Leben an der Front lassen. Ohnehin lähmte der Krieg das Vereinsleben der "Harmonie", da viele Sänger zum Wehrdienst eingezogen wurden. Nach dem Ende des Krieges wurde schnell der Wunsch laut, sich wieder dem geselligen Leben zu widmen. So fanden sich auch die "Harmonisten" im alten Vereinsrestaurant Sommer ein, um dem Chor neues Leben einzuhauchen. Aufgrund früherer Verdienste um die "Harmonie" wählten die Sänger ihren Mitbürger Wilhelm van der Ven zum neuen Vorsitzenden. Das Dirigat übernahm Lehrer Ahrenhoevel, dem aber bald Johannes Siebers aus Mehr folgte.
Voll entfalten konnte sich der Chor aber erst, als die Familie Dresen im Frühjahr 1919 das Restaurant Sommer übernahm und einen größeren Saal baute. Mit einer glanzvollen Feier zum goldenen Jubiläum im Sommer 1922 krönte die "Harmonie" ihre Reihe erfolgreicher Konzerte. Einen ganzen Tag lang wurde Rees zu einer singenden und klingenden Stadt, 16 Chöre aus Rees und der Nachbarschaft nahmen an diesem Ereignis teil.
In Wilhelm van der Vens große Fußstapfen trat Hans Kempkes, der Sohn einer musikpflegenden Reeser Familie, dessen Vater, Johann, zu den Gründern der Harmonie gehört hatte.
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war das vorläufige Ende des traditionsreichen Männergesangvereins "Harmonie" besiegelt. Am 8. Mai 1945 verstummten endlich die Waffen, doch Rees war eine einzige Trümmerwüste. Viele Männer waren gefallen, andere in Gefangenschaft oder fern der Heimat. Wer hatte inmitten der restlos zerstörten Stadt noch Sinn und Kraft, sich geistigen Werten zu widmen? Wer wollte sich nach all dem Leid und Elend zum fröhlichen Singen zusammenfinden? Auch das Rheinhotel Dresen, in dem die Sänger 28 Jahre lang geprobt und so manches Konzert gegeben hatten, war beim Untergang von Rees am 16. Februar 1945 vollkommen zerstört worden. Sämtliches Notenmaterial war verbrannt, aber der Geist der "Harmonie" war noch lebendig. Die erste inoffizielle Zusammenkunft der Sänger war dennoch ein trauriger Anlass. Ihr Vereinswirt, Heinrich Dresen, der während des Krieges an der Krim gekämpft und unversehrt den Weg nach Hause gefunden hatte, starb im Sommer 1946. Nach der Totenmesse in der Notkirche, die im Hotel Holzum untergebracht war, schlugen einige Bürger dem früheren Schriftführer Franz Belting vor, den verbliebenen Stamm der "Harmonie zu einer Neubelebung des Chores einzuladen. Denn sie waren der festen Überzeugung, daß es sich lohne, an die lebendigen musischen Kräfte im Volk zu glauben. Gesagt, getan: In Hugo Brauers Gaststätte an der Weseler Straße fanden sich am 18. Oktober 1946 zwanzig Mitglieder zu einer ersten Besprechung ein. Durch eine spontane Sammlung unter den Sängern wurde ein 70 Mark starker Grundstock für eine Kasse gelegt. Für 20 Mark im Monat zeigte sich der damalige Leiter des Kirchenchores, Gerhard Brey, bereit, sein Taktgefühl auch in den Dienst des wiederbelebten Männerchores zu stellen. Dank guter Kontakte zum Quartettverein Millingen gelang es dem rührigen Chorleiter sogar, Noten für die "Harmonie" zu besorgen.
Nachdem man sich darauf einigte, das Dirigat dem neuen Leiter des Katholischen Kirchenchores, Theo Koppers, zu übertragen, wusste dieser mit jugendlichem Schwung und moderneren Anschauungen die Sängerschar für neuzeitliches Liedgut zu begeistern, so daß der Chor 1951 nicht nur beim Leistungssingen in Emmerich mit seinen Darbietung für Aufsehen sorgte. Die "Harmonie" war damals der älteste Chor im alten Kreis Rees, bestand nur aus 28 Sängern und kam dennoch mit einem Pokal nach Hause. Im Jahre 1952 konnte der Chor in sein neues Quartier in den "Rheinterrassen Driftmeier" beziehen, wo auch heute noch wöchentlich geprobt wird. In den folgenden Jahren wurden eine Vielzahl gelungener Konzerte durchgeführt.
1959 nahm Karl-Heinz Lehmann den Taktstock in die Hand und führte Theo Koppers´ Arbeit mit Zielstrebigkeit und Kompetenz fort. Aus den vier Wochen , die Lehmann den Chor vertretungsweise leiten sollte, wurden am Ende nahezu 34 Jahre, in denen sich die kulturellen und gesellschaftlichen Unternehmungen der "Harmonie" in ihrer vollen Pracht entfalten sollten.
1971 wurde der Männergesangsverein offiziell als "Männerchor Harmonie Rees" ins Vereinsregister eingetragen.
Wann immer es in Rees ein freudiges oder bewegendes Ereignis zu feiern galt, verzichteten die Sänger spontan auf ein Dach über dem Kopf und sangen unter freiem Himmel. So etwa bei den Einweihungen der Bronzeplastiken "Rhinkieker", "Froschkönig" und "Bär am Bärenwall", die der Verkehrs- und Verschönerungsverein der Bevölkerung geschenkt hatte, oder bei der Taufe des Fahrgastschiffes "Stadt Rees", sowie bei der Wiederinbetriebnahme des "Rääße Pöntje". Musikalisch wirkte die "Harmonie" ebenfalls bei der Eröffnung des Skulpturenparkes in 2003, des Planetenweges in 2004 und der begehbaren Sonnenuhr in 2008 mit. Besinnliche Momente steuerte die "Harmonie" auch bei Gedenkveranstaltungen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge am Ehrenmal der Stadt bei. Fröhlichere Melodien erklingen hingegen regelmäßig bei Goldhochzeiten und Geburtstagen sowie bei dem Mai- und Weihnachtssingen auf den Stationen des Krankenhauses oder des Agnes-Altenheimes.
1972 wurde das 100-jährige Bestehen des Chores im Festzelt auf dem Marktplatz gefeiert. Aus diesem Anlass bekam der Chor die Zeltar-Plakette verliehen.
Viele Konzerte folgten in den nächsten Jahren im Pädagogischen Zentrum der Hauptschule bevor 1991 das Bürgerhaus in Rees eingeweiht wurde. Beim Festakt wirkte die Harmonie mit und veranstaltete gleichzeitig das erste Konzert.
Anfang 1993 konnte Jürgen Otto als Chorleiter verpflichtet werden.
Am 28.03.1993 wurde Karl-Heinz Lehmann in einer Feierstunde verabschiedet und zum Ehrenchorleiter ernannt. Nur 14 Tage später, am 08. April 1993 verstarb Karl-Heinz Lehmann.
1997 feierte der Chor sein 125jähriges Bestehen. Es war sicher eines des schönsten und erfolgreichsten Jahres des Chores. Schon während der Vorbereitung war der Zusammenhalt innerhalb des Chores erkennbar. Die vielen Auftritte aber auch die Erstellung der Festschrift verlangten viel Idealismus der Sänger, des Vorstandes aber ganz besonders war es für den Chorleiter viel Arbeit den Chor auf die verschiedenen Auftritte vorzubereiten.
Am 27. Juni 2004 wurde das WDR 4 Hafenkonzert live aus dem Bürgerhaus Rees gesendet. Die "Harmonie" erhielt viel Beifall für die vorgetragenen Seemannslieder.
Nach der großen Flutkatastrophe am 2. Weihnachtstag 2004 organisierte die „Harmonie“ für den 27. Februar 2005 ein Benefizkonzert im Bürgerhaus. Hieran nahmen vier weitere Chöre bzw. Orchester aus Rees teil. Dem Ehepaar Stolle aus Rees; es hat Verbindungen nach Sri Lanka; konnte ein Scheck über 3.000 € überreicht werden. Hiervon konnte ein Fischerboot und Mobiliar für ein Altenheim angeschafft werden.
Ein weiteres Benefizkonzert veranstaltete die "Harmonie" am 27. April 2008 zu Gunsten der Tschernobyl Vereine Kleve und Rees im Bürgerhaus Rees. Mitwirkende waren "Jopi" der Tenor Andre Budde, Ferdi Hallen (Trompete) und die "Germania Tanzgruppe" Kleve. Der Erlös von 5.600 € wurden beiden Vereinen je zur Hälfte überreicht.

Zum 31.12.2010 trat unser Chorleiter Jürgen Otto auf eigenem Wunsch nach 17 Jahren als Chorleiter zurück. Am 04.01.2011 wurde er offiziell verabschiedet. Gleichzeitig übernahm Thomas Janßen das Dirigat mit dem die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt wird.

Am 31.12.2012 hat Herr Janßen auf eigenem Wunsch seine gute Chorleitertätigkeit bei der Harmonie aufgegeben.

Seit dem 01.02.2013 hat Herr Norbert van Os das Dirigat übernommen. Herr Janßen wurde am 26.02.2013 verabschiedet.
Leider hat Herr van Os am 31.12.2014 seine Chorleitertätigkeit wegen persönlicher Veränderungen beendet. Es waren erfolgreiche Jahre, da Er uns besonders in der Rhythmik gefördert hat. Herr van Os wurde bei unserer Adventfeier verabschiedet.

Ab dem 01.01.2015 wird Herr Manfred Ysermann als neuer Chorleiter fungieren. Zum Ende 2016 hat Herr Ysermann sein erfolgreiches Arbeiten mit dem Chor aus Altersgründen gekündigt. Er hat uns bis zur Findung seines Nachfolgers seine Tätigkeit zugesichert. Danach möchte Er seine Rentnerzeit genießen. Wir haben Herrn Ysermann am 18.04.2017 bei seinem letzten Probenabend dankend verabschiedet.

Ab dem 25.04.2017 wird erstmals in der Vereinsgeschichte eine Chorleiterin das Dirigat übernehmen. Wir haben mit Frau Cindy Gregoor eine erfahrene Dirigentin für uns gewinnen können und hoffen nun auf eine lange erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

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